Der lange Weg zu den Erben
"Stealing Klimt" ist ein US-Dokumentarfilm zu Gustav Klimts Gemälde "Adele Bloch-Bauer I" Der Raub der "Goldenen Adele" durch die Nazis und der Besitzanspruch Österreichs münden in einen Politthriller
Von Achim Lettmann Es gibt Geschichten, die brauchen keine Filmbilder, um sie zu erzählen. So spannend und unglaublich sind sie. "Stealing Klimt" ist so ein untypischer Dokumentarfilm, der in Originalbildern gar nicht zeigen kann, was die Story eigentlich transportieren will. Welchen Weg das Gemälde "Adele Bloch-Bau-er I" (1907) des Jugenstilmalers Gustav Klimt genommen hat, lässt sich nicht mehr bebildern. Wie die Frau des Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch-Bauer Modell saß, ihr Porträt von den Nazis 1938 geraubt, vom österreichischen
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Nur einer kann‘s richten
Bruce Willis stolpert in "Stirb langsam 4.0" wieder in einen großen Fall Eine Verbrecherbande legt das Computersystem der USA lahm
Von Dirk Frank John McClane is back: Er will ja gar nicht prügelnd, schießend und Chaos verursachend aktiv sein. Einfach nur als normaler Cop seinen Dienst verrichten. Kaum ein Leinwandheld stürzt derart ungewollt in Materialschlachten, die legendär sind. So auch wieder in diesem Abenteuer, dem vierten der "Stirb-langsam"- Reihe, das nicht unbedingt in die (Action-)Filmgeschichte eingehen wird. Das aber gute und spannende Unterhaltung mit einem blendend aufgelegten Bruce Willis bietet, der auch dieses Mal als McClane mehr einstecken muss, als er austeilen darf. Mehr Prügelknabe als Prügler - dafür lieben ihn seine Fans. Aus
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Heimliche Leidenschaft
"Die Töchter des chinesischen Gärtners" thematisiert Homosexualität im China der 80er Jahre Zwei Frauen müssen in einer von Tradition und Tabus dominierten Gesellschaft um ihre Liebe kämpfen
Von Dirk Frank Aufbruch in eine verwunschene Welt: Li Ming (Mylène Jamponoí) kommt aus einem Waisenhaus. Bei einem berühmten Professor der Botanik darf sie ein Praktikum absolvieren. Der mit seiner Tochter Chen An ( Li Xiaoran) auf einer exotischen Insel lebende Forscher (Dongfu Lin) ist kein einfacher Zeitgenosse. Er duldet keine Widerrede und ahndet jede Kleinigkeit mit beißender Kritik. Chen An ist ihm wie eine Untergebene zu Diensten. Zwischen den Frauen entspinnt sich eine zarte Liebe, von der niemand etwas mitbekommt. Erst als Professorensohn Dan (Wang Weidong) zu Besuch
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Verdeckte Karten
In dem Pokerdrama "Glück im Spiel" geht es auch um Pech in der Liebe
Von Dirk Frank Es mag Zeitgenossen geben, die vom bloßen Zuschauen Adrenalinschübe bekommen und sich gar für Pokernächte im Fernsehen begeistern können. Im spielesüchtigen Amerika ist dieser Sport extrem beliebt. Und als bloßes Kartenspiel würde man das Jonglieren und Taktieren mit den 52 Karten wohl kaum titulieren. Denn Poker lebt von der ewigen Spannung zwischen Schein und Sein. Da kann man als Regisseur sein Spiel treiben mit den Erwartungen und dem Nichtwissen der Zuschauer, wie man auch noch im letzten James Bond sehen konnte. Eric Bana ("München") als Huck ist durchaus eine Idealbesetzung. Der Beau mit der Lederjacke kann als Pokerface mit strategischer Coolness überzeugen. Hucks
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Moralisches Monster
Shrek ist in seinem dritten Leinwand-Abenteuer ziemlich brav geworden Neben Märchen werden in der Animationsreihe auch Hollywoodfilme veralbert
Von Judith Finsterbusch 2001 rülpste und furzte sich ein hässliches, aber herzensgutes Monster in die Herzen der Kinogänger: Die DreamWorks-Animationsfigur Shrek ließ die Kinokassen klingeln, 2004 kehrte der tollkühne Held zurück, jetzt kommt "Shrek der Dritte" auf die Leinwände. Nach der spektakulären Rettungsaktion der schönen Prinzessin Fiona in Teil eins folgte die Bekanntschaft der gar nicht so guten Fee in Teil zwei, jetzt gerät Shrek erneut in Schwierigkeiten: Sein Schwiegervater, der Froschkönig und Herrscher über Weit Weit Weg, stirbt plötzlich, und zu Shreks Entsetzen soll er sein Nachfolger werden. Dabei würde der Oger viel
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Rache ist süß und smart
Die Einbrechertruppe "Ocean‘s 13" schlägt zum dritten Mal zu Regisseur Soderbergh bietet cleveres Starkino mit George Clooney und Co.
Von Dirk Frank Spannend ist eigentlich nicht, ob die Gauner ihre ausgefuchsten Pläne umsetzen können oder ob sie auf frischer Tat ertappt werden. Am meisten dürfte wohl (zumindest die weiblichen) Zuschauer beschäftigen, wer mal wieder smarter aussieht: Danny Ocean (George Clooney), der legitime Erbe Cary Grants, oder sein jungenhafter Partner Rusty (Brad Pitt) mit knackigem Sixpack. Nachdem der zweite Teil der "Ocean"-Reihe, in dem die Handlung unter anderem nach Europa verlegt wurde, weder bei Kritikern noch bei Zuschauern für Begeisterungsstürme gesorgt hat, setzt Regisseur Soderbergh dieses Mal ganz auf vertraute Locations. Der
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Das Böse in dir
FILM In "Spider-Man 3" muss der Superheld zuerst sich selbst besiegen Comic-Verfilmung bietet grandiose Actionszenen und viel Moral
Von Ralf Stiftel Peter Parker und Mary Jane Watson ahnen nichts, als sie aus dem Spinnennetz heraus die Sterne beobachten. Doch das Unheil naht bereits - ein Klumpen schwarzer Schleim mit unangenehmen Eigenschaften. Und als sie heimfahren, hat sich das Zeug bereits an Parkers altmodisches Mofa geheftet. Der Stoff aus dem Weltall ist einer der Gegner, denen sich Peter in seiner zweiten Identität als Spider-Man stellen muss. Es ist ein rätselhaftes Lebewesen, das sich mit einem Wirt verbindet, dessen Kräfte verstärkt, aber auch seinen Charakter verändert. Im Film "Spider-Man 3" ist dieses Wesen die stärkste Bedrohung des
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Tierliebe
Auch Detlev Buck dreht einen herrlichen Kinderfilm: "Hände weg von Mississippi"
Von Andreas Sträter Mit dem Beginn der Sommerferien bricht für die zehnjährige Emma (Zoë Charlotte Mannhardt) die schönste Zeit im Jahr an. Sechs Wochen verbringt das neunmalkluge Mädchen bei Oma Dolly (Katharina Thalbach) auf dem Land. Hier gibt es Schweine, Katzen, Hunde - und vor allem Pferde. Speziell die eigensinnige Stute vom alten Klipperbusch ist Emmas ganz besonderer Liebling. Doch dann erfährt die Kleine, dass Klipperbusch gestorben ist und sein gierig-schmieriger Neffe Albert Gansmann (Christoph Maria Herbst) schon eifrig dabei ist, sein Erbe zu taxieren. Nur der alte Gaul stört ihn, doch bevor er ihn der Pferdeschlachterei übergibt, überbieten Emma und Dolly den Metzger.
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Japaner im Berg
Clint Eastwoods "Letters from Iwo Jima" erinnert an die Pazifik-Schlacht Der einstige Gegner erhält ein Gesicht, der Kriegsfilm eine Botschaft
Von Achim Lettmann Es stinkt ihm. Saigo, der junge Soldat, muss den Latrinen-eimer aus der Höhlenstellung schaffen. Er wirkt, als sei er auf einer Strafexpedition, so unangenehm ist ihm die miefige Pflicht. Regisseur Clint Eastwood rückt solche menschlichen Momente immer wieder in den Mittelpunkt seines Kriegsdramas "Letters from Iwo Jima". Saigo, der gelernte Bäcker (Kazunari Ninomiya), ist kein Frontschwein, das den Kampf sucht. Er will zurück nach Hause - zu Frau und Tochter. Saigo ist die personifizierte Erfahrung. Angesichts der Weltkriege, die die Menschen des 20. Jahrhunderts erlebt haben, ist der Antiheld die
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Rasselbande
Im Weihnachtsfilm "Oh je, Du Fröhliche" stranden fünf Kinder auf einem Flughafen
Von Andreas Sträter Die Geschenke sind verpackt, die Christbäume sind aufgestellt, und die Lichterketten funkeln. Weihnachten steht vor der Tür. Sogar das Wetter spielt mit: Eine strahlend weiße Winterlandschaft sorgt für weihnachtliche Glückseligkeit. Wenn da nicht nur ein Jahrhundertsturm wäre, der die Flughäfen am Heiligen Abend ins totale Chaos stürzt. In der albernen Weihnachtskomödie "Oh je, Du Fröhliche" von Regisseur Paul Feig ("Voll das Leben, voll daneben") stranden fünf Scheidungs-Kinder auf einem Airport mitten in der amerikanischen Pampa. Die Angestellten des Flughafen parken die minderjährigen Fluggäste zunächst in einer riesigen fensterlosen Halle. Für
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Himmelsereignis
Die Weihnachtsgeschichte im Kinoformat: "Es begab sich aber zu der Zeit..."
Von Andreas Sträter Geschichte oder Legende. Glauben oder nicht glauben. Darum geht es nicht in der aufwändigen Neuverfilmung der biblischen Weihnachtsgeschichte "Es begab sich aber zu der Zeit...". Regisseurin Catherine Hardwicke ("Thirteen") bleibt traditionalistisch und erzählt die Geschichte von der Geburt Jesu auf eine naiv-kindliche Art. Dieser Blickwinkel ermöglicht es ihr, die Charakterzüge von Maria und Joseph in den Mittelpunkt zu rücken. Über die Gefühle der Protagonisten musste spekuliert werden, denn die Informationen im Matthäus- und Lukasevangelium sind begrenzt. Maria ist im Film keine verklärte Gottesmutter und Joseph nicht die graubärtige Vaterfigur vieler
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Die Liebenden vom Weinberg
Margarethe von Trotta dreht ein schwermütiges Melodram mit Katja Riemann: "Ich bin die andere" Es geht um die Persönlichkeitssuche einer Frau, die nicht weiß, wer sie wirklich ist - und zwei Männer
Von Achim Lettmann Wieder Casablanca. Es kann kein Zufall sein, dass die Regisseurin Margarethe von Trotta ihr Liebespaar in die marokkanische Stadt und Wüste schickt. Erst dort fühlen sich Gefühle aufrichtig und tief an. Hier lösen sich Probleme wie von selbst. Carolin umarmt Robert endlich innig und wahrhaftig. Ein Trompeten-Solo spitzt die Intimität zu, beide sinken in die cremefarbene Bettwäsche. Und die Geigenmusik schwillt in dem Melodram "Ich bin die andere" an. Casablanca ist in der Kinogeschichte längst mit vergeblicher Liebe besetzt. Einst von Humphrey
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Ein junger Wilder
In "Lapislazuli" erweckt Wolfgang Murnberger die Steinzeit zum Leben
Von Annika Wind Vor 150 Jahren wurden sie entdeckt, die Knochen des "Neandertalers" bei Mettmann. Passend zum Jubiläum bringt Regisseur Wolfgang Murnberger ("Silentium") nun einen Kinderfilm ins Kino, der den Urmenschen in den österreichischen Alpen zu neuem Leben erweckt. "Lapislazuli - Im Augen des Bären" zeigt eine intelligente Abenteuergeschichte um ein Kind aus der Steinzeit, das erst mit Hilfe der 13-jährigen Sophie zu seiner Familie zurückkehren kann. Ein Meteoriteneinschlag sorgt dafür, dass Bataa aus einem jahrtausendealten Schlaf erwacht und fortan durch die Alpen streift. Dorthin hat es auch das Stadtkind Sophie (Julia Krombach) verschlagen, die mit ihrem Vater
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Kampf gegen Steine
Bryan Singer macht aus "Superman returns" eine Materialschlacht Brandon Routh ist ein hölzerner Titelheld, Kevin Spacey ein gewitzter Schurke
Von Ralf Stiftel Fünf Jahre Auszeit hat sich der Mann aus Stahl genommen. Er schaute auf seinem zerstörten Heimatplanet nach dem Rechten. Jetzt kommt er heim zu Mama Kent. Draußen auf dem Land, wo Amerika noch wild und westlich ist, schlägt zwischen Zäunen, Windrädern und grasenden Kühen der Meteor ein. "Superman returns", Superman kommt zurück. Seine Freundin Lois Lane war sauer und hat einen Artikel geschrieben: "Warum die Welt Superman nicht braucht". Dafür gab‘s gleich den Pulitzer-Preis. Dann ist auch noch Supermans Erzfeind Lex Luthor frei: weil der Haupt-Belastungszeuge gerade im All herumflog.
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In der geheimen Hütte
Eine Neuverfilmung der keltischen Sage "Tristan & Isolde" Der aufwändige Kostümfilm erzählt von einer verbotene Liebe
Von Annette Kiehl Zum Tode verurteilt scheint Tristan, als er auf einem brennenden Begräbnisboot auf das Meer hinaus treibt. Der Ritter aus den britischen Cornwall wurde bei einem Kampf schwer verletzt. Doch statt seinen Wunden zu erliegen, begegnet er an der Küste des mit seiner Heimat verfeindeten Irland seiner große Liebe: Isolde, die ausgerechnet die Tochter des Königs ist. Mit "Tristan & Isolde" hat Regisseur Kevin Reynolds, der bereits den Kino-Hit "Robin Hood - König der Diebe" verfilmte, die keltische Sage zu einem Kostümfilm gemacht. Mit den Worten "vor Romeo und Julia" wird für das Historiendrama geworben und so
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Wenn der Killermönch wartet
Ron Howard verfilmt Dan Browns Bestseller "Sakrileg" weitschweifig Tom Hanks und Audrey Tautou wirken in dem Thriller um die Nachfahren Christi bieder
Von Ralf Stiftel Armes "Opus Dei"! Die katholische Laienorganisation sieht in Ron Howards Film "Sakrileg - The Da Vinci Code" gewiss nicht gut aus. Aber deshalb muss man doch nicht gleich die Gäubigen auf die Straße trommeln zu Protesten und Albernheiten fordern wie den Hinweis, dass die ganze Geschichte erfunden ist. Das merkt der Zuschauer sehr schnell - spätestens beim ersten Auftritt des Albino-Killer-Mönchs Silas im Louvre. Paul Bettany gelingt es, wie eine Reinkarnation des jungen Klaus Kinski in einem Edgar-Wallace-Film der 60er Jahre auszusehen. Nur wenn er sich vor dem Kruzifix geißelt, wirken seine
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In der geheimen Hütte am Meer
Eine Neuverfilmung von "Tristan & Isolde" soll die keltische Sage einem breiten Publikum schmackhaft machen Der aufwändige Kostümfilm erzählt von der verbotenen Liebe eines Paares im Krieg der Völker
Von Annette Kiehl Zum Tode verurteilt scheint Tristan, als er auf einem brennenden Begräbnisboot auf das Meer hinaus treibt. Der Ritter aus dem britischen Cornwall wurde bei einem Kampf schwer verletzt. Doch statt seinen Wunden zu erliegen, begegnet er an der Küste des mit seiner Heimat verfeindeten Irland seiner große Liebe: Isolde. Mit "Tristan & Isolde" hat Regisseur Kevin Reynolds die keltische Sage zu einem Kostümfilm gemacht. Jedoch hat sich die deutsch/britisch/amerikanische Produktion gerade nicht auf die ursprüngliche Sage verlassen. Die Geschichte, die
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Dem die Düse geht
Asterix erlebt sein achtes Leinwand-Abenteuer im Jugendwahn "Bei den Wikingern" fühlen sich Gallier-Fans dennoch wohl
Von Sabine Fischer Wir schreiben das Jahr 2006. Alle Rollen in "Asterix bei den Wikingern" sind mit altbewährten Charakteren besetzt. Alle Rollen? Nein. Für die achte Kino-Adaption der Hinkelstein-Comics hat Drehbuchautor Jean-Luc Goossens das Original "Asterix und die Normannen" einem Anti-Aging-Programm unterzogen: Asterix und Obelix werden von Majestix beauftragt, aus dessen Neffen Grautvornix einen waschechten Kerl zu machen. So weit die Vorlage von 1971. Doch aus dem Rennwagen, der mit heißen Reifen ins Dorf donnert, klettert kein rebellischer Rock-‘n‘-Roll-Liebhaber, sondern ein Hip-Hopser mit Föhnwelle. Der hauptberufliche
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Wütende Angst, milder Abschied
"Die Zeit die bleibt" ist der zweite Teil von François Ozons Film-Trilogie über das Trauern Ein Fotograf erlebt seine letzten Tage und wird dabei zum unerwarteten Hoffnungsträger
Von Achim Lettmann Die letzten Tage eines Lebens sind ein schweres Thema. Was passiert mit einem, wenn der Arzt nur noch wenige Monate gibt? Der Fotograf Romain hört die Diagnose Krebs mit Metastasen. Unheilbar. "Die Zeit die bleibt". Von Regisseur François Ozon ist immer etwas Besonderes zu erwarten. Kein anderer französischer Filmemacher hat in den letzten Jahren so unkonventionell erfrischendes Kino auf hohem Niveau geboten. "Swimmingpool", die rätselhafte Identitätsfindung einer Krimiautorin; "Acht Frauen", die muntere Musicalvariante einer familiären
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Lieben in New York
Das Broadway-Musical "Rent" wurde mit der Originalbesetzung verfilmt Ein Plädoyer für ein leidenschaftliches Leben in Zeiten von Aids und Armut
Von Annette Kiehl Wie misst man ein Jahr? In 525 600 Minuten? In Geburten, Beerdigungen, gar Strafzetteln? Die Gruppe um den angehenden Filmemacher Mark (Anthony Rapp) beantwortet diese Frage gleich in der ersten Szene der Verfilmung des Musicals "Rent" klar: "Miss es in Liebe!" Das hymnische Lied, das den Film eröffnet, gibt die Stimmung der Geschichte vor, ist sie doch ein Plädoyer für ein leidenschaftliches Leben, für einen Idealismus, der sich über materielle Werte und Vorurteile hinweg setzt. Im Zentrum der Geschichte, deren Titel sich etwa mit "Miete" übersetzten lässt, stehen die
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Das Duell
Paul Bettany erweist sich in "Firewall" als ebenbürtiger Widersacher von Harrison Ford
Von Sabine Fischer Wie so oft kämpft Harrison Ford in "Firewall" allein gegen den Rest der Welt - diesmal als Computer-Sicherheitsexperte Jack Stanfield, den böse Buben zwingen, mit Hacker-Methoden Bank-Konten zu plündern. Ihm dabei zuzusehen wird nicht langweilig, denn der brave amerikanische Durchschnittsbürger, in dessen friedvolles Leben das Grauen bricht, ist Fords Paraderolle: In das Heim von Familienvaters Stanfield fällt eine Guerilla-Truppe ein, baut ihre Computer auf und benutzt seine Frau (Virginia Madsen) und die beiden Kinder als Druckmittel. Isoliert durch Kamera- und Mikrofon-Überwachung ist der PC-Experte bei der Rettung seiner Familie auf sich gestellt. Langsam
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Mit Pfefferpistole
Armin Rohde spielt den Räuber Hotzenplotz in einem originellen Realfilm
Von Ulrike Drebs Sein Name klingt nach Fluchen, Rüpeln, Nasebohren. Jedes Kind erkennt den Räuber Hotzenplotz an der Pfefferpistole und den sieben Messern in seinem Gürtel. Schon zweimal hat die Kasperlefigur es vom Kinderbuch auf die Leinwand geschafft. Nun bringt Produzent Ulrich Limmer ("Das Sams") die dritte Verfilmung der kultigen Geschichten von Otfried Preußler in die Kinos. Bevor Armin Rohde als Räuber Hotzenplotz mit einem Satz ins Geschehen springt, öffnet Gernot Roll (Regie und Kamera) dem Zuschauer eine kleine Puppenkiste, um ihn daran zu erinnern, dasa er es im Film mit klassischen Kasperlefiguren wie der Großmutter, dem Zauberer, dem Polizisten, dem Krokodil, dem Seppel, dem Kaspar und
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Das neue Leben in der Präsidentensuite
"Noch einmal Ferien" schildert die selbstbewusste Verwandlung einer todkranken Frau Queen Latifah überzeugt als schüchterne Georgia, die sich in ihrem letzten Urlaub neu erfindet
Von Cathleen Oswald Wie fühlt es sich eigentlich an, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen? Das fragt sich auch die schüchterne Georgia Byrd, fristet sie in New Orleans doch ein eher trostloses Dasein als Haushaltwarenverkäuferin. Mit allerlei Komplexen ausgestattet, beschränkt sich die pummelige Georgia darauf, stillzuhalten als endlich aktiv zu werden. Niemals würde sie den attraktiven Kollegen aus der Grillabteilung (LL Cool J) ansprechen. Sein Foto wandert ins "Buch der Möglichkeiten", das Georgias Vorstellung von einem glücklichen, erfüllten Leben enthält. Wie nutze ich die
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Das Kreuz an der Wand
Hans-Christian Schmid gelingt ein wahrhaftiger Film über einen Exzorzismus in Süddeutschland "Requiem" ist mit der großartigen Sandra Hüller ein Zeitzeichen der 70er und das tragische Porträt einer Frau
Von Achim Lettmann "Man kann sich nicht aussuchen, was Gott mit einem vor hat", sagt Michaela entschieden. Die Studentin ist von dem Allmachtsgedanken überzeugt und will gleichzeitig mit dieser Haltung ihrem Schicksal begegnen. Sie sieht Fratzen, hört Stimmen, die sie verhöhnen und weiß: "Gott schickt mir Dämonen." Wenn Regisseur Hans-Christian Schmid die Schauspielerin Sandra Hüller vor einem Kruzifix zittern lässt ("Ich kann das Kreuz nicht mehr anfassen"), dann sind das ganz bizarre Bilder. In dem Film "Requiem" gelingt der
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Lange Zähne
Für "Underworld - Evolution" schwelgt Regisseur Len Wiseman in Kampfszenarien
Von Sabine Fischer Metall zischt durch die Luft, bohrt sich in haariges Fleisch, durchschlägt Gelenke. Blut spritzt, Widerhaken greifen. Rund ein Dutzend Männer ruckt an den Fesseln. Die Zugkraft treibt die Pfeile tiefer in die tobende Kreatur - ein besonders hässliches Exemplar der Gattung Werwolf. Der Krieg zwischen Lycanern (Werwölfen) und Vampiren geht weiter - und ist definitiv nichts für Zartbesaitete. Im "Underworld"-Sequel "Evolution" wird mit Kunstblut und Ekel-Requisiten nicht gegeizt. Regisseur Len Wiseman und Special-Effect-Experte Patrick Tatopoulos, die Kinobesucher unter anderem mit "Godzilla" das Kribbeln lehrten, schwelgen bei der Fortsetzung der
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Die Rasselbande
Steve Martin muss im zweiten Teil von "Im Dutzend billiger" durchdrehen
Von Cathleen Oswald Die schwangere Nora heiratet. Lorraine zieht nach New York. Und Charlie überlegt noch. Eigentlich könnten Tom und Kate Baker stolz auf ihre drei Ältesten sein, doch statt dessen bricht, angesichts des flügge werdenden Nachwuchses, Panik aus. Dass noch neun weitere Kinder großzuziehen sind, ist dabei gar kein Trost für die liebenden Eltern. Vielmehr verdonnert Papa Tom seine Kinder zu einem letzten gemeinsamen Urlaub. Voller Vorfreude belädt Tom die Familienautos, in die die Rasselbande widerwillig einsteigt. Das Chaos einer skurrilen vierzehnköpfigen Familie wird nach drei Jahren fortgesetzt: "Im Dutzend billiger 2 - Zwei Väter drehen durch!". Regisseur Shawn Levy, der
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Per Funkgerät auf Terroristenjagd
Zwei Piloten kämpfen in dem französischen Actionfilm "Sky Fighters" gegen dunkle Mächte Regisseur Gérard Pirès setzt auf waghalsige Verfolgungsjagden per Kampfjet statt Spezialeffekte
Von Cathleen Oswald Regisseur Gérard Pirès versucht mit deutlich mehr Authentizität das Action-Genre zu beleben: Der Franzose verlegt in "Sky Fighters" waghalsige Verfolgungsjagden in die Luft. Pirès verzichtet dabei auf allzu viele Spezialeffekte. Vielmehr sorgen nachgestellte Flugmanöver in 1500 Metern Höhe für die nötigen Actionmomente des Fliegerfilms. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Piloten Antoine "Walk´n" Marchelli und Sebastien "Fahrenheit" Vallois - der eine attraktiv und schweigsam, der andere impulsiv und witzig. Das ungleiche Duo verkörpert das
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Liebe eines Grenzgängers
Joaquin Phoenix zeigt in "Walk The Line" seine bislang beste Leistung Johnny-Cash-Biografie besticht durch starke Bilder und große Intensität
Von Frank Zöllner Es liegt nahe, dass einer Person ein Denkmal gesetzt wird, über die etwa Bob Dylan sagt: "Johnny Cash war und ist der Polarstern, du konntest deinen Kurs nach ihm ausrichten". Ein Denkmal ist die Filmbiografie "Walk The Line" von Regisseur James Mangold ("Cop Land", "Identity"). Dabei konzentriert sich der mit drei Golden Globes in der Sparte Musical ausgezeichnete Spielfilm auf die wilden Anfangsjahre des "Man In Black" von 1955 bis Ende der 60er Jahre. Rückblende: Kurz vor dem Auftritt 1968 im Gefängnis von Folsom blickt Countrysänger Cash (Joaquin Phoenix),
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Das Schuldgefühl aus der Kindheit
Mit "Caché" berührt Regisseur Michael Haneke das Thema Fremdenfeindlichkeit sehr nachhaltig Der Film über die Auswirkungen von Frankreichs Kolonialgeschichte ist ein Bravourstück filmischen Erzählens
Von Achim Lettmann Es braucht manchmal nicht viel, um eine Lebenskonstellation aus der Balance zu bringen. Der Regisseur Michael Haneke ("Die Klavierspielerin") beobachtet in dem Film "Caché" einen Literaturjournalisten in Frankreich dabei, wie die Bilder eines anonymen Videobands seine innere Verfassung stören. Die Cassette zeigt sein Haus. Hinzu kommen Briefe mit rätselhaften Botschaften. Ein Junge ist zu sehen, aus seinem Mund quillt Blut. Droht dem bekannten Kultur-Talkmaster ein Anschlag? Sind gar Frau und Sohn gefährdet? Nicht erst seit den
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Benefiz im Golfclub
Peter Thorwarths "Goldene Zeiten" will eine Milieu-Satire sein Der dritte Film des Regisseurs aus Unna bietet große Bilder und großes Chaos
Von Achim Lettmann "Mama, ich bin erwachsen", sagt Ingo, um Mutti zu beruhigen. Der Sohnemann lässt sich nicht ans piefige Häuschen binden. Klar, er ist immer auf dem Sprung. Dabei weiß der Kino-Zuschauer von Peter Thorwarths Milieu-Komödie "Goldene Zeiten" bereits, dass Ingos Mutter Recht hat. Der Assistent eines Eventmanagers hat das ganz große Ding vermasselt. Und so könnte Thorwarths dritter Film auch "Pleiten, Pech und Pannen" heißen. Ingo hat anstelle des Hollywood-Stars, der das Wohltätigkeitsturnier eines Golfclubs bei Unna aufpeppen soll, ein profilneurotisches Double engagiert. Gernegroß Ingo
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Sinnkrise und Affäre
Uma Thurman rätselt in "Couchgeflüster" über einen jungen Mann In der "ersten therapeutischen Liebeskomödie" spielt auch Meryl Streep mit
Von Cathleen Oswald Glaubt man den zahlreichen Filmen Hollywoods, lässt es sich als Psychotherapeut in New York glänzend leben. Die Depressionsrate in dieser Stadt zeigt steil nach oben. Und auch bei Rafi (Uma Thurman) gedeihen die Neurosen prächtig. Und so sitzt die waschechte New Yorkerin regelmäßig auf der Couch ihrer verständnisvollen Therapeutin, um ihrer Probleme Herr zu werden. Immerhin ist sie bereits 37 Jahre, frisch geschieden und will ein Kind. Bei dieser Ausgangslage ist der psychische Knacks ja praktisch programmiert. Doch Ben Youngers "Couchgeflüster - Die erste therapeutische Liebeskomödie" hat mehr
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Auf Flügeljagd
Cornelia Funkes "Herr der Diebe" als unterhaltsames Kinoabenteuer
Von Ulrike Drebs Cornelia Funke hat mit ihrem Roman "Herr der Diebe" (2000) den anglo-amerikanischen Buchmarkt erobert. Weltweit wurden über sechs Millionen Exemplare verkauft. Nun soll der Erfolg auf der Leinwand seine Fortsetzung finden. Richard Claus hat mit Daniel Musgrave die Buchvorlage bearbeitet und führt in der "Herr der Diebe (The Thief Lord)" erstmals selbst Regie. Hohe Erwartungen richten sich an das in englischer Sprache für den internationalen Markt produzierte Filmprojekt, dem mit "Die wilden Hühner" und "Tintenblut" weitere Kino-Funken folgen werden. Das hat mit dem Rummel um die Autorin aus Westfalen zu tun, die als neue J. K. Rowling gehandelt wird. Doch
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Einen Märchenprinz, bitte!
Der Regisseur Andreas Dresen zeigt die Komödie "Sommer vorm Balkon" Nadja Uhl und Inka Friedrich sind auf Glückssuche im heißen Berliner Kiez
Von Achim Lettmann Zwei Flaschen hält Katrin ihrer Freundin entgegen: Party auf‘m Balkon, heißt das. Oder: Zwei Frauen ohne Männer können sich auch vergnügen. Nur diesmal signalisiert Nike keine Trinkfreude. "Ich bin nicht allein", sagt sie und hält Ronald noch etwas versteckt. Er hockt am Frühstückstisch, ist Lkw-Fahrer und wirkt nicht wie der Märchenprinz. Wie lange lässt sich so ein Kerl aushalten? In den Filmen von Andreas Dresen erhellen die flackernden Lebenschancen das alltägliche Daseins-Grau. Auch wenn‘s oftmals nur ein Strohfeuer ist. Keinem deutschen Regisseur gelingen solch wahrhaftige Menschenbilder, die
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Zwischen zwei Frauen
Seinen 39. Film drehte Woody Allen in London: "Match Point" Jonathan Rhys Meyers und Scarlett Johansson im Drama eines Tennisspielers
Von Ralf Stiftel Chris Wilton hätte im Tenniszirkus bleiben können. Er spielt gut, aber nicht gut genug für einen Agassi. Der Junge aus Irland kommt nach London an einen Tennisclub. Er sucht sein Glück. Was das ist, weiß er: Wenn der Ball auf die Netzkante trifft und nach vorn oder nach hinten fallen kann. Nur das Glück entscheidet dann. Woody Allen zeigt diesen Moment am Anfang seines Films "Match Point", und später, wenn das Drama sich entwickelt hat, dann kommt er in einer Zeitlupeneinstellung mit einem Ring an einer Ufermauer der Themse darauf zurück. Für sein 39. Werk hat der US-Regisseur sein Terrain verlassen: Keine
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Erotik, Macht und Demütigung
Maria Schrader dreht den Film "Liebesleben" nach dem gleichnamigen Roman von Zeruya Shalev Die Schauspielerin hat das Drehbuch geschrieben und führt erstmals selbst Regie
Von Annika Wind Sie sehen aus wie Vater und Tochter. Oder wie ein Onkel und seine Nichte, die zu einem Kaffeeklatsch nach Bonn angereist sind. Entspannt haben der kroatische Schauspieler Rade Sherbedgia ("Eyes Wide Shut") und seine junge israelische Filmpartnerin Neta Garty Platz genommen. Ein grauhaariger Mann mit Lachfalten und einem verschmitzten Lächeln. Daneben seine junge Filmpartnerin, die keck dem Kollegen eine Kaffeetasse reicht. "Ich wusste sofort, dass beide diese Rolle spielen können", sagt Maria Schrader in Bonn über die Verfilmung von "Liebesleben", für die
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Miss Robinson und der Millionär
In "Wo die Liebe hinfällt" verführt Kevin Costner drei Generationen einer Familie Der Film spinnt die Geschichte der "Reifeprüfung" weiter - mit einer blassen Jennifer Aniston im Mittelpunkt
Von Annette Kiehl Die Liebe fällt, wohin sie will - meint der Volksmund. Doch gehört die Frage nach den Mustern der Partnerwahl zu den spannendsten Themen überhaupt. Darauf setzt auch die Hollywood-Komödie "Wo die Liebe hinfällt". Die trifft bei der Familie Huttinger nämlich besonders häufig Beau Burroughs, einen Internet-Millionär. Schon Großmutter Catherine verführte ihn 1963, kurz darauf ihre Tochter. Kurz vor ihrer Hochzeit. Das ganze sorgte für den wunderbarsten Skandal, den die amerikanische Kleinstadt Pasadena jemals gesehen hat. Vor allem, als Gerüchte
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Drogen im Bauch
Rosen kann Maria nicht mehr sehen. In ihrem kolumbianischen Dorf entfernt sie die Dornen von dem Export-Artikel. Sie ist wie viele Frauen an ein starres Profitgeschäft gebunden. Als ihr der Vorarbeiter dumm kommt, kündigt sie und erntet Unverständnis in der Familie. Sie hatte als einzige ein festes Einkommen. Aber den Geldesel will sie auch nicht länger spielen. Der Film "Maria voll der Gnade" (USA/Kolumbien) zeigt eine junge und impulsive Frau, die mehr aus ihrem Leben machen will. Wie jämmerlich die Chancen sind, bebildert Regisseur Joshua Marston realitätsnah ohne Studiolicht: zerrüttete Familien, kaputte Dörfer und ein Mann mit Geld, der zum kriminellen System der Drogenwirtschaft zählt. Was den Film "Maria voll der Gnade" so ansehnlich macht, ist die nüchterne
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