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Balkongeflüster
Von Sonnenblume bis Sonnenbrand: Hier schreiben unsere Redakteurinnen Anne Dielitzsch und Susanne
Zamecki regelmäßig und bissig über Begebenheiten, die sich auf ihrem WG-Balkon ereignen –
also über Pflanzen, Menschen, Feten und Blattläuse auf ganzen sechs Quadratmetern im Halbschatten.
04.12.2008: Susanne Zamecki über Vorweihnachtsfreude und Frostopfer
Nachdem am Wochenende das erste Weihnachtslied aus dem Radio gedudelt ist, der erste Lebkuchen verspeist und verdaut wurde,
und die Menschen über die nach Zimt und Glühwein duftenden Weihnachtsmärkte geschlendert sind, habe auch ich es kapiert:
Bald ist Weihnachten. Ja, Weihnachten: Familien kriegen sich in die Haare, die Hosen spannen am Bauch und die Menschen trampeln
sich an Türen von Einkaufstempeln tot. Juhu.
Dabei hatte ich eigentlich genügend Gelegenheiten, mich an den Gedanken zu gewöhnen. Schließlich haben wir dank meiner Mitbewohnerin
jetzt für jede Jahreszeit eine passende Küchendeko bekommen. Denn nachdem sich Anne gegen das Begrünen des Balkons gewehrt hat,
muss sie sich nun drinnen austoben. Ich als Hobby-Psychologin hielt das zunächst für eine Art Übersprungshandlung.
(Ich dachte dabei an Menschen, die schnell einen Schluck trinken, wenn unbequeme Stille im Gespräch aufkommt, oder ein Huhn,
das anfängt zu picken, weil es irgendwie reagieren muss, aber nicht weiß wie.)
Aber der Vergleich hinkt. Vielleicht ist es auch nur so ein Frauending. Die sind ja für die Gemütlichkeit zuständig.
Und da ich den Balkon schon adoptiert hatte, ist es wahrscheinlich eher eine Art Ausweichhandlung. Jedenfalls meint Anne es ernst.
Schon vor Tagen hat sie stolz ihren ersten selbstgebastelten Adventskranz auf den Tisch gestellt. Er war gar nicht mal so kitschig
wie erwartet. Ich finde ihn sogar sehr gelungen! Ihm mussten Kastanien, ein kleiner schiefer Kürbis und ein oller trockener
Maiskolben weichen. Jede Bastelzeitung hätte diese Herbstdeko lobend erwähnt! Vorher lagen rote Ahornblätter dekorativ
auf dem Tisch neben meiner Frühstücksleberwurst. Zum Glück gibt es Dinge, die erledigen sich mit der Zeit von selbst.
Der Maiskolben und die alten Blätter eben auch. Beim Wegwerfen ist Anne rigoros.
Da fällt mir ein: Seit die Schneedeko von den Blumenkästen geschmolzen ist und meine Frostopfer zum Vorschein gekommen sind,
ist eigentlich auch auf dem Balkon eine Runde mit dem Mülleimer angesagt. Diese flatterhaften Einjährigen - im nächsten Jahr gibt es nur noch Stauden!
28.11.2008: Anne Dielitzsch über Männermoden
Mit Brustbehaarung und Oberlippenbart verhält es sich wie mit dem Lied „Last Christmas” von Wham in der Vorweihnachtszeit.
Jeder muss sich positionieren – entweder man liebt es oder man hasst es. Einen eleganten Mittelweg gibt es nicht.
Ein Bekannter hat mir mal gesagt, daran, ob eine Frau Brustbehaarung mag oder nicht, erkennt man ihr Alter. Und tatsächlich ist mir auch schon aufgefallen,
mit steigender Anzahl an Lenzen steigt auch die Toleranzgrenze. So lange diese Form der Körperbehaarung nicht in Miami-Vice-Manier ausartet -
also mit komplettem Brustpelz, Goldkettchen und aufgeknöpftem Hemd -, kann frau sich meist damit anfreunden.
Ganz grundsätzlich werden Männer, rein modisch betrachtet, ja auch wieder männlicher. Gott sei Dank verschwinden diese fürchterlich neonfarbenen
Karottenjeans immer weiter hinten im Kleiderschrank, der Drei-Tage-Bart unterscheidet wieder Bubies von echten Kerlen und: Statt zur Yoga-Stunde zu radeln,
wird wieder Holz gehackt. Nicht, dass ich ein Freund von festen Geschlechterrollen wäre. Aber der letzte Mann, der mir gesagt hat,
meinen roten Lipgloss könne ich doch nicht allen Ernstes zu einer fliederfarbenen Strickjacke tragen, bekommt nicht umsonst kein
Weihnachtsständchen á la Last Christmas von mir.
21.11.2008: Susanne Zamecki über Fusselmonster und Nacktschnecken
Eigentlich weiß das doch jedes Mädchen: Ein Mann, der ständig länger im Bad benötigt, als Frau selbst, taugt nix. Tut mir leid, liebe Männer,
aber so ist es nunmal. Denn viel schlimmer als das Vertrödeln der Zeit, die ihr auch viel amüsanter mit uns verbringen könntet, ist das, was ihr dabei macht.
Die Erfahrung sagt: Wer lange braucht, rasiert nicht nur sein Gesicht.
Aber welche Frau will schon eine männliche Nacktschnecke? Ohne Ameisenleiter zum Bauchnabel und ohne Brustfell? Machen sich diese Männer denn gar keine Sorgen
darüber, woher das Fusselmonster im Bauchnabel dann die Fusseln kriegen soll? Ihr Mörder! Unsexy ist das auch noch. Welche erwachsene Frau möchte schon mit einem
Mann ins Bett, der oben- und untenrum aussieht wie ein Zwölfjähriger?
Na, ehrlich gesagt, kenne ich Frauen, die das mögen. Und die sind eigentlich auch ganz normal und liebenswert. Auf jeden Fall hat uns das Thema
schon endlose Diskussionen mit Freundinnen auf dem Balkon beschert. Es gehört zu den Dingen, zu denen man sich als Frau früher oder später einfach
positionieren muss - ebenso wie zu Oberlippenbart und Schlagermusik.
Die kleine Fuchsie übrigens, die Totgesagte, die lebt noch. Im Winter lässt sie sich nur manchmal hängen, hat mir gestern ihr Veltener
Ziehvater erklärt. Es sei ganz normal, dass sie zurzeit ein bisschen schlapp ist. Hab' ich mir doch gedacht!.
14.11.2008: Anne Dielitzsch über Männer, die länger im Bad brauchen
Ich glaube, deine These stimmt, liebe Suse. So haben die alten Leute endlich wieder ein gemeinsames Gesprächsthema –
vor allem eines, das den Zusammenhalt gegen uns unumsichtige junge Hausbewohner stärkt. So sind wir Menschen eben gestrickt.
Bevor wir uns mit anderen auseinandersetzen, werden erst einmal Fronten gebildet. Wie an der völlig überfüllten Aldi-Kasse,
wo die eigentlich maulfaule Kundenmeute auch plötzlich gemeinsam den Aufstand probt, wenn nicht sofort eine zweite Kasse geöffnet wird.
Ist ja irgendwie auch unterhaltsamer als die fünfte Wiederholung der Fernsehrichterin Barbara Salesch.
Und wo wir schon dabei sind: Aufmerksamkeit ist auch in meinem Freundeskreis gerade ein heikles Thema. Es gibt da so einen jungen Mann,
nennen wir ihn der Einfachheit halber mal Sven. Sven ist nicht nur sehr eitel. Noch viel wichtiger als der richtige Sitz seiner Frisur
ist ihm die Anerkennung, insbesondere die von weiblichen Artgenossen. Was der alles macht, um Aufmerksamkeit zu erhaschen!
Drei Mal täglich duscht er für eine halbe Ewigkeit, putzt sich ungefähr genauso oft die Zähne, um dann eine Viertelstunde
lang mit Gurgelwasser im Mund durch die Wohnung zu stolzieren. Wer nun meint, der Schönheitspflege sei damit ausreichend Rechnung getragen, irrt.
Wenn Suse und ich, zusammengerechnet versteht sich, in der Zeit schon komplett saniert sind, beginnt bei ihm erst die eigentliche Prozedur.
„Kommen in diesem T-Shirt meine Muskeln auch ausreichend zur Geltung?“, „Sieht die Jacke wirklich gut aus?“, „Krempelt man den Kragen besser hoch oder runter?“
Bis Sven die richtigen, farblich abgestimmten Schuhe zur nun top-modern gekrempelten Jacke gefunden hat, hat eine normale Frau drei Kinder geboren,
sich aufgehübscht, den Abwasch erledigt und eine Waschmaschine mit Schmutzwäsche bestückt.
Aber was machen die Menschen nicht alles für die tägliche Dosis Aufmerksamkeit? Manchmal, und nun fall nicht gleich vom Glauben ab, liebe Suse,
sind mir deine hundertzwanzig Blumen dann doch lieber, als einer dieser Männer.
Apropos Blumen: Dein Mal-sehen-ob-die-Pflanzen-Frost-vertragen-Experiment war erfolgreich. Dein grüner Patient im Hausflur ist tot!
Damit gibt es nur noch 119 Pflanzen, die ich vergesse, zu gießen.
13.11.2008: Susanne Zamecki über schüchterne Nachbarn
Wer ist denn hier der Pflanzenfreund?? Keine Sorge! Die empfindlichsten Pflanzen kommen rein, die anderen werden eingepackt -
oder frieren ein. Und die Pflanze, die es nicht schafft, schafft es nicht. Dann gibt es eben neue! Sind ja keine Haustiere, oder so. Nur Pflanzen.
Und als Gärtner muss man doch vor allem ausprobieren, was sie abkönnen, oder?
Obwohl: Ausprobieren ist so eine Sache. Die kann auch mal zu Unmut führen. Wie neulich bei unseren Nachbarn. Ich habe bis vor kurzem mein Rad immer
an den Rand des Weges vor unserer Haustür gestellt, ohne mir Gedanken darüber zu machen.
Vier Monate lang ging das gut – das sind 120 Tage! Doch im Untergrund brodelte es – weil gleich ganz unten ein blinder Mann wohnt und daneben eine Frau
mit Rollator. Die einzige, die nichts davon wusste, war ich.
Klar hatte ich den Schimmel der alten Dame gesehen, wie er so angekettet im Hausflur auf
seinen nächsten Einsatz wartete. Aber was hatte ich damit zu tun? Vor wenigen Tagen kam nun eine ganz andere Nachbarin auf uns zu.
Das Fahrrad störe sehr, ließ sie mir über meine Mitbewohnerin ausrichten. Der blinde Mann könnte stürzen und alle ärgerten sich schon darüber,
auch die Frau, die mit ihrem Rollator nicht mehr durchpasst. Mein Fahrrad steht seitdem im Keller. Ist ja auch kein Problem für mich.
Ich frage mich nur, wieso die alten Leute so lange gebraucht haben, um mal Bescheid zu sagen. Sind sie zu schüchtern?
Oder fanden sie es nur toll, mal wieder ins Gespräch zu kommen, weil sie ein gemeinsames Ärgernis hatten? Kann mir das mal jemand erklären?
3.11.2008: Anne Dielitzsch über Pflanzentod und Tatort
Ich bin kuriert, liebe Suse, und wieder in gewohnter Höchstform. Meine Mandelentzündung verabschiedet sich langsam und der Herbstblues hat sich verflüchtigt.
Angst vor Langeweile musste ich während meiner Zwangs-Krankheitspause nicht haben. Immerhin hatte ich alle Hände voll damit zu tun, deine gestorbenen
und verbrühten Pflanzenreste zu entsorgen. Die Blätter der Felsenbirne und die ollen Blüten anderer, mir aus diversen Gründen namentlich unbekannter Blumen,
habe ich auf dem Balkon zusammengefegt. Falls du die Teekrümel der Brennnessel vermisst: Ich habe sie in mühevoller Kleinstarbeit aus dem Abfluss gepult.
Ein wenig Schadenfreude gab mir den Antrieb dafür. Denn, es ist dir sicherlich aufgefallen, nicht nur du, sondern auch deine Pflanzen frieren jetzt.
Und wenn du sie als liebende Pflanzenmutter nicht dem bösen, bösen Frost schutzlos ausliefern willst, musst du ihnen wohl oder übel eine andere Bleibe suchen.
Ich empfehle da einfach mal dein Zimmer. Während ich dann im Winter mit meinen Freunden und einem Glas Glühwein in der Hand zwischen Balkonien und meinem
Zimmer hin und her tingle, kannst du mit deinen hundertzwanzig Blümchen und Ablegern den geliebten Tatort schauen...
30.10.2008: Susanne Zamecki über Selbstmitleid und Sucht
Es ist in Ordnung, sich selbst leid zu tun, liebe Anne! Auch wenn Du es nicht wahrhaben magst: Du hast es gekonnt zelebriert.
Mit todtrauriger Mimik, schlurfendem Gang und mit für Deine Verhältnisse leisem Sprechen – als du wieder reden durfstest.
Ehrlich gesagt, find ich das gut. Noch vor wenigen Tagen hast Du Dich darüber gewundert, dass sich manche Menschen tagelang zu deprimierender
Musik im Bett verkriechen können. Dabei ist Selbstmitleid doch so ein gutes Heilmittel!
In Maßen natürlich, würde Mama jetzt sagen. Ab und zu mal rumjammern und heulen ist genauso wichtig wie lachen, finde ich.
Woher sollte man auch sonst wissen, dass es einem mal wieder richtig gut geht – so ganz ohne Vergleich?
Obwohl ich auch ernsthaft überlege, wie schlimm die letzten Tage wirklich für Dich waren: Die Kippen,
die bei den letzten Herbststürmen über den Balkon wehten, haben Dir ja noch geschmeckt. Ist das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?
27.10.2008: Anne Dielitzsch über Redeverbot und Nichtraucher
Meine Wange war dick. Was sich erst wie ein Muskelkrampf anfühlte, entpuppte sich als Drüsenentzündung. So liege ich nun neben einer Familienpackung
Antibiotika im Bett und kann gar nicht genug trinken, um den widerlichen Geschmack der Tabletten loszuwerden. Das schlimmste aber ist nicht das geschwollene Gesicht,
sondern die drei Tage Redeverbot, die der Arzt mir verordnet hat. Mein einziger Trost ist die Kapuzinerkresse, die mir meine Kollegin geschenkt hat.
Sie fühlt mit. Sie hat ihre Blüten verloren, nur eine orange Blüte wackelt noch im Wind. In der herbstlichen Tristesse sieht sie so traurig aus, wie ich mich fühle.
Kein schiefes Singen beim Abwaschen und keine stundenlangen Telefonate mit den Mädels: alles vom Mediziner verboten. Dabei gäbe es so viel zu besprechen. Der Sommer ist
vorbei. Drei Beziehungen sind zu Ende gegangen. Drei Freunde, mit denen ich bei Bier und Zigarette die eine oder andere Stunde auf dem Balkon verbracht habe,
sind Nichtraucher geworden. Nun sitze ich also allein auf dem Balkon mit Redeverbot, ohne Mann und ohne Raucherfreunde. Ich schaue auf meine Kapuzinerkresse
und frage mich, ob ich jetzt schon genauso werde wie meine Mitbewohnerin Suse. Bevor ich auch noch zur pflanzenliebenden Mütterchen mutiere,
rupfe ich die Blüte von der Kresse ab und esse sie auf. Mit der Schärfe der Blüte verschwindet auch der bittere Geschmack der Krankheitstage.
Ich drehe die Musik wieder auf.
21.10.2008: Susanne Zamecki über Verrat und Salat
Wer selbst keine Pflanzen hat, kann das einfach nicht verstehen: Diese Angst, ob es ihnen gut geht, kann schlaflose Nächte bereiten.
Das Wohlergehen einiger meiner grünen Lieblinge bereitete mir sogar im Türkei-Urlaub Sorgen. Hannelore ist so ein Fall.
Denn sie braucht eine spezielle Behandlung, sie darf nicht zu viel gegossen werden, die Erde muss vorher immer vollständig getrocknet sein.
Hannelore ist ein frisch angewachsener Setzling einer echten Aloe, den ich von einer menschlichen Hannelore geschenkt bekommen habe.
Wie oft habe ich an die Pflanze mit den dicken Blättern gedacht! Doch mir die Blöße zu geben und anzurufen - nee, das ging gar nicht. Ich bin doch keine Mutti!
Zum Glück war Hannelore quietschfidel, als ich zurückkam. "Du hast doch nicht ernsthaft gedacht, dass ich zu oft gießen könnte?", war Annes einziger Kommentar
zu dem Thema. Und ich sollte mir doch mal die Kapuzinerkresse ansehen. Die habe nämlich ihre Blütenzahl verfünfacht, während ich weg war.
Verräter-Kresse! Deine hübschen orangenen Blüten kommen zur Strafe alle in den Salat!
16.10.2008: Anne Dielitzsch über Undank
Es ist ja nicht so, als möge ich keine Pflanzen. Sie langweilen mich nur. Meine liebsten Blumen sind darum die an der
Tapete: pflegeleicht, nie ohne Blätter, und ich kann getrost ein, zwei Wochen fern bleiben. Wenn ich dann wieder komme,
sind sie genauso schön wie vorher.
Bei anderen Blumen geht es mir das nicht so. Dennoch liebe ich Beeren, Kräuter und Gemüse – nur eben nicht im Garten,
sondern im Mund. Suse hat es inzwischen aufgegeben, mich von den Vorzügen ihrer gefühlten hundert Pflanzen zu überzeugen.
Die nehmen in meinen Augen eh nur Platz weg. Der Balkon ist zum Entspannen da - für mich und meine Freunde.
Dabei kann man mit mir trotzdem gut über Pflanzen reden: Männer, die Rosen kaufen, sind unkreativ.
Freunde, die künstliche Blumen im Zimmer haben, leiden an Geschmacksverirrung. Und frische Kräuter veredeln jedes Gericht.
Ich habe da neulich erst was gelesen ...
Ich habe viele Anekdoten parat, selbst mit Hobbygärtnern kann ich gut plaudern. Nur meine Mitbewohnerin, der ist das noch nicht aufgefallen.
Statt glücklich über eine so umfassend informierte Freundin zu sein, will Suse mich aus dem Urlaub anrufen, um zu fragen, ob ihre Pflanzen noch leben.
Ich sag's ja immer wieder: Undank ist der Welten Lohn!
15.10.2008: Susanne Zamecki über Zigarettenigel
Noch vor ein paar Monaten beschränkte sich meine Liebe für Grünzeug auf Brokkoli, Gurken und grüne Bohnen mit brauner Butter.
Die einzige Pflanze, die mich seit Jahren in jede WG begleitet, ist eine Palme. Sie war zwischenzeitlich schon vertrocknet,
hatte nur noch zwei Blätter und freute sich immer, wenn ich mich eincremte, weil die Luftfeuchtigkeit stieg.
Doch jetzt ist alles anders. Als Redakteurin für die Landesgartenschau habe ich fast täglich mit Pflanzen und Menschen zu tun.
Das färbt ab. Mittlerweile habe ich den gesamten Balkon bepflanzt und körperliche Schmerzen, wenn die durstigen fleißigen
Lieschen nach einem heißen Tag die Blätter hängen lassen. Erst vor kurzem musste ich dem Efeu die langen Triebe abschneiden,
weil er Milben hatte. Doch, oh Wunder der Natur, nur wenige Wochen später sprießt er schon wieder fröhlich vor sich hin.
Leider interessieren solche Geschichten vor allem eine nicht: meine Mitbewohnerin. Die einzigen Lebewesen, die sie interessieren
sind ihre Katze und die Zigarettenigel, die sie baut, weil sie zu faul ist, die Aschenbecher auszuleeren.
Wer wir sind
Susanne Zamecki
Susanne Zamecki ist 26 Jahre alt und lebt mit ihrer Kollegin Anne Dielitzsch in einer Wohngemeinschaft.
Deren Herzstück ist ein großer Balkon. Ihre Liebe zum Grün entdeckte die gebürtige Hennigsdorferin während der Arbeit als
Projekt-Redakteurin für die Landesgartenschau in den Gärten Oberhavels.
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Anne Dielitzsch
Anne Dielitzsch ist 23 Jahre alt. Ihren schwarzen Daumen entdeckte die gebürtige Rheinsbergerin, als die Orchidee,
die sie zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, bereits nach einer Woche verstorben war (Entschuldige, Sandra!).
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Aktuelles:
Aktuelle Berichte rund um die Landesgartenschau 2009 in Oranienburg finden Sie hier. Folgen Sie dem Link.